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Schiffsfonds

Schiffsfonds

Schiffsfonds sind eine beliebte Investmentanlage. Seit 1970 haben Anleger mehr als 29 Milliarden Euro in Schiffsfonds investiert und allein in den letzten Jahren flossen durchschnittlich etwa 5 Milliarden jedes Jahr in diese Branche. Die Anleger werden von attraktiven Renditeperspektiven und steuerlichen Anreizen angelockt. Schiffsfonds kaufen oder bauen mit dem Geld der Kapitalanleger Schiffe. Es gibt eine ganze Reihe von Schiffstypen, die unterschiedlich strukturiert sind und verschiedenartige Risiken und Renditeperspektiven aufweisen.

Am bekanntesten sind die Containerschiffsfonds. Sie machen den Großteil der Schiffsfonds aus. Deutsche Reeder besitzen die weltgrößte Containerflotte. Die dänische Maersk Line hat gerade wieder das größte Containerschiff der Welt mit 396 Metern Länge und einer Transportkapazität von 15.500 Containern in Dienst gestellt. Noch größere Schiffe sind bereits in der Planung. Containerschiffe transportieren fast 90 % der Waren in der Welt und profitieren von der Globalisierung der Weltwirtschaft. Aufgrund einiger Überkapazitäten lagen in den letzten Jahren das eine oder andere Containerschiff auf der Reede fest. Daher entscheiden langfristige Charterverträge und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Charterers über die Auslastung und Wirtschaftlichkeit der Schiffe.

Tankerschiffe stehen oft im Mittelpunkt der Medien, wenn sie verunfallen oder die Ölladung ausläuft. Sie sind als Schiffsfonds eher unterrepräsentiert. Vor allem haben sie das Problem, dass sie ihre Ladung zum Bestimmungsort bringen und dann leer zum Ladeort zurückfahren müssen. Öl beispielsweise lässt sich nur auf der Hinfahrt transportieren. Auch hier entscheiden die Vertragslaufzeit und Bonität des Charterers.

Bulk Carrier Schiffsfonds finanzieren Massengutfrachter, die Schüttgut wie Weizen, Mais, Kohle oder Eisenerz transportieren. Wichtig ist die Laufzeit des Chartervertrages und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Charterers. Die Nachfrage am Markt prägt die Auslastung der Schiffe. Auch Mehrzweckschiffe werden oft als Massengutfrachter eingesetzt und haben ihre vielfältige Einsatzmöglichkeit beweisen können. Im übrigen sind sie für unterschiedliche Ladezwecke eingerichtet, so dass das Beteiligungsrisiko diversifiziert wird. Sie waren daher in den letzten Jahren ein beliebtes Investitionsobjekt für Anleger.

Flottenfonds bilden aus mehreren Schiffen, oft im Rahmen verschiedener Schiffstypen, eine Flotte und streuen so ihr Einsatzrisiko. Dann gibt es noch Schwergutschiffe mit enorm leistungsfähigen Lade- oder Bergungskränen, die für spezielle Einsatzzwecke konzipiert sind. Aufgrund ihrer speziellen Funktion werden sie eher selten in Fonds aufgelegt.

Die Entscheidung für oder gegen eine Beteiligung an einem Schiffsfonds sollte einige typische Aspekte besonders gewichten. Wichtig ist der für das Schiff zu zahlende Kaufpreis. Es ist schwierig zu beurteilen, ob er angemessen oder überzogen ist. Im Idealfall liegen mindestens zwei Gutachten zur Kaufpreisgestaltung vor. Wie bei vielen Investitionen kommt es auf die Laufzeit des Chartervertrages an. Ein Schiff mag technisch und optisch noch so gut sein, solange es niemand chartert, fährt es keinen Gewinn ein. Die Laufzeit des Chartervertrages muss mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Charterunternehmens gekoppelt sein. Wenn dessen Bonität schwach ist und ein Insolvenzrisiko nicht auszuschließen ist, nutzt der beste Chartervertrag nichts. Es sollte also eine fundierte Aussage über das Charterunternehmen vorhanden sein. Über die Bewertung der Ratingagentur Dynamar lässt sich eine Einschätzung ableiten. Es werden die Noten eins bis zehn vergeben. Die Bewertung vier und besser spricht für eine gute Einschätzung der Bonität.

Ein Schiffsfonds wird meist als GmbH & Co KG gegründet und stellt einen geschlossenen Fonds dar. Bei einem geschlossenen Fonds ist die Zahl der Anleger begrenzt, da von vornherein ein bestimmtes Schiff als Investitionsobjekt fest steht. Die GmbH übernimmt als Komplementär meist die Geschäftsführung, während der Anleger als Kommanditist keine Entscheidungsrechte, sondern Mitwirkungsrechte hat und am Gewinn und dem Auseinandersetzungsguthaben beteiligt ist. Anleger können sich am Schiffsfonds direkt als Kommanditist mit Eintragung ins Handelsregister beteiligen oder ihre Rechte im Rahmen eines Treuhandvertrages über einen vom Schiffsfonds bestellten Treuhänder ohne Eintragung ins Handelsregister wahrnehmen lassen. Der Initiator des Schiffsfonds bietet interessierten Anlegern über Vermittler oder Banken die Beteiligung an.

Die Beteiligung am Schiffsfonds richtet sich nach den Vorgaben im Emissionsprospekt, das auch den Gesellschafts- und den Treuhandvertrag enthält. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht muss das Vertragswerk nach formalen Aspekten genehmigen, aber nicht inhaltlich prüfen. Insbesondere erfolgt keine Rentabilitätsbewertung. Der Initiatior des Schiffsfonds unterliegt der Prospekthaftung, da der Prospekt alle tatsächlichen und rechtlichen Infomationen enthalten muss, die dem Anleger eine angemessene Einschätzung des Schiffsfonds ermöglichen. Der Verkaufsprospekt enthält auch ein Prospektprüfungsgutachten einer vom Initiator beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, das auch den Wirtschaftsprüfer in die Haftung einbezieht. Der Initiator eines Schiffsfonds ist in der inhaltlichen Gestaltung des Emissionsprospekts mangels gesetzlicher Vorgaben relativ frei, so dass sich eine Vielzahl von vertraglichen Varianten für Schiffsfonds Beteiligungen herausgebildet hat, die die Interessen der Anleger unterschiedlich gewichten.

Schiffsfonds erwirtschaften Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Der Gewinn des Schiffsfonds wird auf die Anleger aufgeteilt, die diese im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung erklären. Der Gewinn wird meist nach der Tonnagesteuer errechnet. Diese wird pauschal nach der Größe des Schiffskörpers ermittelt. Voraussetzung ist, dass der Schiffsfonds dies für die Dauer von zehn Jahren beantragt, das Schiff international zum Einsatz kommt und im deutschen Schiffsregister eingetragen ist und der Reeder und die Geschäftführung des Schiffsfonds in Deutschland sitzen. Die Tonnagesteuer lässt die tatsächliche Gewinn- oder Verlustrechnung des Schiffsfonds außer Acht und bezieht spätere Gewinne aus dem Verkauf des Schiffes mit ein. Sie ist in der Gewinnsituation des Schiffsfonds für den Anleger vorteilhaft, im Verlustfall müssen jedoch die fiktiven Gewinne versteuert werden, ohne dass die Verluste berücksichtigt werden. Früher lag der Vorteil in den steuerlichen Verlustzuweisungen. Diese sind seit 2005 nicht mehr erlaubt, so dass Schiffsfonds heute renditeorientiert aufgelegt werden. Die Rendite ergibt sich daraus, dass die Tonnagesteuer Ausschüttungen nahezu ohne Steuerlast ermöglicht und der Verkauf der Beteiligung an dem Schiffsfonds oder der Verkauf des Schiffes steuerfrei bleibt.

Die Laufzeiten von Schiffsfonds reichen in der Regel von 10 bis 25 Jahre. Da Schiffsfonds in Sachwerte investieren und die Schiffe nicht auf einen bestimmten Standort festgelegt sind, sind sie unabhängiger von der Entwicklung der Wertpapiermärkte. Aufgrund des stetig steigenden Rohstoffbedarfs in aller Welt werden die Kapazitäten noch immer hoch gefahren. Schiffsfonds belegen nach den Immobilienfonds mit einem Marktanteil von fast 22 % den zweiten Platz im Anlagespektrum. Inzwischen gibt es auch die Beteiligung an Schiffsfonds über einen Dachfonds. Über einen etablierten Zweitmarkt kann der Anleger seine Beteiligung an einem Schiffsfonds auch vorzeitig veräußern und sein investiertes Kapital bei Bedarf wieder flüssig machen.

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